|
|
Meldungen und Berichte |
10.07.09 Blühende Landschaften: Die Heide ist frei
Wittstock (mhr). Theodor Fontane hätte es gefreut. Er sagte einst vom Ruppiner Land, dass es eines von den stillen in der Provinz sei. Nun ist entschieden, dass die Ruppiner Heide auch still und beschaulich bleibt. Nach 17 geplanten Schießplatz der Bundeswehr, verkündete nun der Verteidigungsminister das Ende der Pläne für die militärische Nutzung dieser Landschaft.
Großer Jubel demzufolge bei der Bürgerinitiative FREIe HEIDe, die spontan für den kommenden Sonntag ein Volksfest geplant hat. Nun beginnen aber bereits die Diskussionen um die zukünftige Nutzung des ehemaligen sowjetischen Truppenübungsplatzes. Verbände und auch große Teile der Politik machen sich für eine friedliche und umweltgerechte Nutzung des 142 großen Areals stark.
Die Ministerpräsidenten von Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, Matthias Platzeck und Erwin Sellerin (beide SPD), ließen nahezu unisone verlauten, dass die jetzt verkündete Entscheidung eine wirklich gute war. Platzeck verwies darauf, dass es sich in einem Rechtsstaat lohne, um sein Anliegen zu kämpfen. Und Sellering lobte das unermüdliche Engagement der Bürgerinitiative, deren Ausdauer „einmalig in Deutschland“ sein dürfte.
Nun kommt es darauf an, ein Konzept für die „freie Heide“ zu erstellen und zügig mit dessen Umsetzung zu beginnen. Knackpunkt dürfte dabei vor allem, wie könnte es anders sein, die Kostenfrage sein. Es dürfte eines dreistelligen Millionenbetrages notwendig sein, das Gebiet von militärischen Altlasten zu befreien und für eine ausschließlich zivile Nutzung vorzubereiten.
Hoffnung regt sich nun auf jeden Fall, dass vor allem die Tourismuswirtschaft mittelfristig von dem „Sieg der Vernunft“, wie es SPD-Kanzlerkandidat Steinmeier nannte, profitieren wird. Nicht nur, dass sich aus der späteren Nutzung der Heide für den Tourismus große Potenziale ergeben. Auch aktuell hatte bereits Gastronomen und Hoteliers einen dramatischen Einbruch ihrer Geschäfte befürchtet und prognostiziert, wenn über die Heide Bomber donnern und damit die Idylle nahe dem Müritz Nationalpark zerstörten.
Foto TDO (mhr): Auch Besucher des nahe der Ruppiner Heide gelegenen Rheinsberg brauchen sich nun nicht mehr davor zu fürchten, Urlaub mit Bombermusik zu erleben.
|
| Mehr Berichte und Meldungen
|
 |
 |
|
|